Kobudo

Aus Karalex
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Samurai in Armour, Empire of Japan (~1860)

Unter Kobudō versteht man die Kampfkunst mit alten "Bauernwaffen", welche sich im 16.Jahrhundert in Okinawa entwickelte.

Es entstand parallel bzw. zeitgleich wie das ursprüngliche Karate, weshalb sich die Stände, Bewegungen und Blöcke stark ähneln. Während das Bauernvolk den Kampf übten, haben Adelige und Beamte die Katas entwickelt.

Etymologie

Bezeichnung Herkunft Übersetzung
Kobudō 古武道 (jap.) alte Kriegskunst

Siehe auch: Wörterbuch

Typen

Weitere Waffen, welche nicht im Andyoko Ryu Kempo Karate gelehrt werden:

Timbei und Rōchin (Schild aus Schildkrötenpanzern und kurze Hellebarde)

Wēku (Paddel)

Suruchin (Seil mit Gewichten an den Enden)

Geschichte

Waffen aus dem Kobudo werden oft als Bauernwaffen betitelt, da diese - wie viele Quellen behaupten - früher als einfaches Werkzeug verwendet wurden.

Hierfür gibt es jedoch keine Quellen die dies belegen können.

Kobudo kommt wie Karate aus Okinawa (Japan) und entstand im 16. Jahrhundert.

Okinawa war seit dem 14.Jahrhundert ein wichtiger Handelsumschlagplatz für China, Korea und Südostasien. Um Frieden in der aufständigen Bevölkerung zu wahren, wurde das tragen von jeglichen Waffen verboten. Wodurch Kampfkunst ohne Waffen an Beliebtheit gewannen. 1609 besetzten die Shimazu aus Satsuma die Inselkette und verschärften das Waffenverbot dahingehend, dass sogar der Besitz jeglicher Waffen, selbst Zeremonienwaffen, unter schwere Strafe gestellt wurde. Dieses Waffenverbot wurde als Katanagari („Jagd nach Schwertern“) bezeichnet. Schwerter, Dolche, Messer und jegliche Klingenwerkzeuge wurden systematisch eingesammelt. Dies ging sogar soweit, dass einem Dorf nur ein Küchenmesser zugestanden wurde, das mit einem Seil an den Dorfbrunnen (oder an einer anderen zentralen Stelle) befestigt und streng bewacht wurde. Dadurch sollten Unruhen gegen die neuen Machthaber verhindert werden.

Japanische Samurais hatten damals das Recht der "Schwertprobe". Um die Schärfe der Klinge zu testen, durften sie diese an Leichen, Bauern oder Verwundeten testen, ohne Konsequenzen. Die steigende Willkür der Opfer führte zu einem intensivieren der Kampfkunst Te zu Karate.

Das Te wurde nur in einem geheimen Bund an ausgewählte Schüler gelehrt, sodass das einfache Bauernvolk das Kobudo entwickelten. Die Werkzeuge konnten alleine aus wirtschaftlichen Gründen nicht verboten werden, da sonst die Bevölkerung und die Besatzer verhungern würden.

Jedoch war es sehr schwer, mit einer einfachen "Bauernwaffe" einem gut ausgebildeten, kampferprobten Samurai gefährlich zu werden. Deshalb entwickelte sich in Okinawa-Te und Kobudo, die Maxime, möglichst nicht getroffen zu werden und die seltenen Gelegenheiten im Kampf zu nutzen um den Gegner schnellstmöglich, präzise zu töten.

Daraufhin wurde das lehren von Karate mit dem Tode bestraft, und das Waffenverbot ausgedehnt. Karate wurde bis ins Ende des 19 Jahrhundert nur im geheimen von Schüler zu Meister gelehrt.

Für die komplette ausführliche Geschichte des Kobudos bzw. des Karates siehe:

https://www.karateoberhaching.de/geschichte-des-karates (01.04.2022)

Quellen